SONDERBEHANDLUNG VON BODENBELÄGEN

a) Nachträgliches Polieren Damit ist nicht das werkseitige Polieren von Naturstein mit Hilfe von feinen Schleifkörpern, sondern die nachträgliche maschinelle Behandlung mit Bodenreinigungsmaschinen zur Verdichtung von Pflegefilmen und zur Verbesserung der Optik gemeint. Nach dem Polieren sind die Oberflächen frei von Verkehrsspuren, Absatzstrichen und Getränkeflecken.
b) Kristallisation Mit Hilfe des Kristallisationsverfahrens können alte Polituren erneuert sowie eine Erhärtung und Verdichtung der Steinoberfläche erzielt werden. Sind die Bodenbeläge einer starken mechanischen Beanspruchung ausgesetzt, muss dieser Vorgang in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Voraussetzungen:

Achtung:

VORBEUGENDE MASSNAHMEN

a) Schmutzfangzonen Unter Schmutzfangzonen versteht man z. B. profilierte, witterungsbeständige Kautschukmatten, die vor den Eingängen aufgelegt werden, und zwar so, dass sie vom Besucher nicht umgangen werden können. Ihre beste Wirkung erreicht eine solche Schmutzfangzone dann, wenn auf der Matte mindestens sechs Schritte (ca. 4,50 m) zurückgelegt werden.

b) Sauberlaufzonen Unter Sauberlaufzonen versteht man z. B. textile Matten und Läufer, die hinter den Eingängen aufgelegt werden. Sie sollen in die laufende Reinigung mit einbezogen und bei Bedarf (starke Verschmutzung oder Durchfeuchtung) ohne großen Aufwand ausgetauscht werden können. Die Matten sind so zu positionieren, dass Feinschmutz, Staub und Feuchtigkeit zurückgehalten werden und eine Schmutzübertragung auf den Bodenbelag verhindert wird. Eine Sauberlaufzone soll mindestens 1,50 m lang sein. Der optimale Effekt wird allerdings bei sechs darauf zurückgelegten Schritten (4,50 m) erzielt. Sauberlaufzonen sind im Hinblick auf die Verbesserung der Trittsicherheit unentbehrlich.

POLIERTE UND FEIN GESCHLIFFENE BODENBELÄGE

Steinoberflächen in Innenräumen werden häufig durch Schmutz oder Streusalze geschädigt, die von draußen hereingetragen werden.
Erstpflege Soll das natürliche Aussehen eines polierten oder fein geschliffenen Natursteins erhalten bleiben, so ist von einer Erst- oder Einmalpflege mit speziellen Mitteln abzuraten. Es genügt in den meisten Fällen heißes Wasser, eventuell mit ein paar Spritzern Geschirrspülmittel versetzt (Wachsfluate und Bohnerwachse sind ungeeignet, da der Boden rutschig wird).
Zwischenreinigung Bodenbeläge, die teilflächig verschmutzt sind, werden durch Feuchtwischen an den betreffenden Stellen gereinigt. Haftende Verschmutzungen, wie z. B. Getränkeflecken, können nur mit der Nasswischmethode beseitigt werden. Bei stärkeren Verschmutzungen kann in Ausnahmefällen ein Grundreiniger in nicht zu hoher Konzentration verwendet werden. Der Einsatz von Bodenwischmaschinen ist bei großen Flächen wirtschaftlich. Achtung: Vor dem Einsatz von schweren Maschinen sollten Sie die Tragfähigkeit des Belages prüfen!

RAUE BODENBELÄGE

Raue Bodenbeläge liegen dann vor, wenn Natursteine verwendet wurden, die entweder

Erstpflege In der Regel kann auf eine Erst- bzw. Einmalpflege verzichtet werden. Bei porigen, saugfähigen Bodenbelägen können Lacke, Öle und Fette tief in das Gefüge des Steins eindringen und das Aussehen verändern. Als Schutz kann vorsorglich eine wasser- und ölabweisende Imprägnierung, z. B. auf Basis von Silikonen, angebracht werden. Viele Verschmutzungen lassen sich dann besser beseitigen.
Zwischenreinigung Bodenbeläge, die teilflächig verschmutzt sind, werden durch Nasswischen an den betreffenden Stellen gereinigt. Zur Beseitigung von haftenden Verschmutzungen, wie z. B. Getränkeflecken oder Straßenschmutz, eignet sich das Nassscheuern unter Verwendung von Geschirrspülmitteln, Alkoholreinigern, Allzweckreinigern, Neutralreinigern oder Wischpflegemitteln. Möchte man das natürliche Aussehen der Beläge optimal erhalten, empfehlen sich Geschirrspülmittel bzw. Alkoholreiniger, da sie die geringsten Rückstände hinterlassen.

WICHTIGE HINWEISE

Die Vielfalt der Steine, d. h. ihre unterschiedlichen Eigenschaften, einerseits und die breite Palette der Mittel andererseits verlangen ein fundiertes Verständnis der Vorgänge und Zusammenhänge zwischen Mittel und Stein. Ein Steinboden ist rasch verdorben und in vielen Fällen kann der gewünschte Zustand nicht mehr auf einfache Weise hergestellt werden. Daher sollte vor jeder Reinigung Folgendes beachtet werden:

  1. Frisch verlegter Naturstein muss vollständig ausgetrocknet sein, bevor er mit Reinigungsmitteln behandelt wird. Dieses Austrocknen dauert zwischen 6 und 18 Monaten und muss durch Messungen geprüft werden.
  2. Hochpolierte Natursteinoberflächen sind zumeist nicht behandelbar, da sich die Steinoberfläche bei der Politur geschlossen hat. Das Konservierungsmittel kann nicht eindringen und verschmiert nur die Politur.
  3. Grundsätzlich sollte immer versucht werden, Schmutz nur mit Wasser - wenn erforderlich Seife (Schmierseife, Geschirrspülmittel) beigeben - zu lösen und abzuwaschen. Dabei gelten die gleichen Regeln wie für Gewebe: vorwaschen für groben Schmutz - einweichen - waschen mit Waschmittel - spülen, spülen, spülen! Hinweis: Heißes Wasser hat eine bessere Wirkung als kaltes.