SCHUTZ VOR GRAFFITI

Die Problematik beim Schutz vor Graffiti bzw. beim Entfernen dieser steckt in ihrer Vielfalt. Die unterschiedlichen Sprühfarben, Farbtöne und Auftragsmengen erfordern verschiedene Reiniger und Methoden. Dazu kommt die breite Palette der Untergründe: vom hellen saugfähigen Kalkstein über polierten Marmor bis hin zu gesägten oder geflammten Gneisen und Graniten. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für einen Graffitischutz: die Imprägnierung und das Auftragen eines Oberflächenschutzfilmes. Bei beiden Methoden ist zu beachten, dass Anti-Graffiti-Systeme in regelmäßigen Abständen bzw. nach intensiver Reinigung erneuert werden müssen. Zudem sind sie vor der Anwendung immer hinsichtlich ihrer Eignung an Musterflächen zu testen.

a) Imprägnierung Ziel dieser Methode ist es, das Eindringen der Farbbestandteile in die Poren zu verhindern und damit die Haftung der Farben zu mindern. Dafür werden die offenen Materialporen mit Graffiti-Schutzmitteln benetzt oder ausgefüllt. Achtung: Imprägnierungen sollten das Aussehen der Steinoberfläche nicht verändern!

b) Oberflächenschutzfilm Bei diesem Verfahren wird ein Oberflächenschutzfilm aufgetragen, der von den Farbmitteln nicht durchdrungen werden kann. Bei Bedarf wird der Schutzfilm mit den darauf haftenden Graffiti durch einfache Reinigung entfernt, anschließend wird ein neuer Schutzfilm aufgetragen. Achtung: Der Schutzfilm darf das Aussehen und das Diffusionsvermögen der Steinoberfläche nicht wesentlich verändern. Zu beachten:

MECHANISCHE REINIGUNG

Achtung: Mechanische Reinigungen sind immer mit einem Substanzverlust am Naturstein verbunden!

Bearbeitung durch den Steinmetz Die Oberfläche wird je nach Beschaffenheit mit Stock- oder Nadelhammer bearbeitet. Auch ein Ab- oder Überschleifen ist denkbar. Vorteil: Wiederherstellung der ursprünglichen Oberflächenansicht Nachteil: starker Substanzverlust am Naturstein
Reinigung durch Sandstrahlen Dieses Verfahren wird häufig für die Entfernung von Schmutz- oder auch Farbschichten verwendet. Im Strahlverfahren wird Quarz- oder Kalkmehl, Hochofenschlacke, Korund oder Glasperlen in unterschiedlichen Körnungen mit Wasser (Nassverfahren) bei unterschiedlichem Druck auf die Materialoberfläche aufgebracht. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Körnung und je geringer die Härte des Strahlgutes desto geringer der Materialabtrag am Naturstein. Es wird sowohl mit trockenem als auch mit nassem Strahlgut gestrahlt. Für das Reinigen von kleinflächigen (cm2-großen) filigranen Elementen eignet sich das Mikrostrahlverfahren. Empfohlenes Strahlgut ist Steinpudermehl. Vorteile:

schnelle und kostengünstige Reinigungsmethode mit vorbestimmbarem Reinigungseffekt
kein Einbringen von salzbildenden Fremdstoffen

Nachteile:

Reinigung durch Niederdruck-Rotations-Wirbelverfahren Dieses Verfahren funktioniert nach dem Prinzip der Reinigung durch Sandstrahlen, jedoch mit dem Unterschied, dass ein Gemisch, z. B. aus Glaspulver, Luft und Wasser, in einer Spezialdüse verwirbelt wird, das dann mit ca. 1,5-2 bar spiralförmig austritt. Der Wirbel bewegt sich nahezu parallel zur Oberfläche und erzielt einen scheuernden, schleifenden Reinigungseffekt. Das Granulat kann in seiner Größe verändert werden, sodass auch feine Ornamente und Figuren ohne Gefährdung gereinigt werden können. Vorteile:

Reinigung durch Ultraschall Vorteil: schonende Reinigung Nachteil: aufwändig, daher eher nur für kleine Flächen
Reinigung durch Laser Vorteil: schonende Reinigung Nachteil: aufwändig, daher eher nur für kleine Flächen

REINIGUNG MIT WASSER UND CHEMIE

Reinigung mit Säuren, Alkalien oder speziellen Chemikalien Eine chemische Steinreinigung, bei der je nach Steinart Säuren, Laugen oder spezielle Chemikalien verwendet werden, sollte wenn möglich vermieden werden. Unbedingt Fachleute beauftragen! Siehe Reinigung mit Säuren Vorteil: Entfernen von starken Verschmutzungen möglich Nachteil: starke Schädigung des Natursteins möglich
Reinigung mit Steinreinigungspasten Bei diesem Verfahren werden spezielle Reinigungspasten, die für die jeweilige Verschmutzung und den jeweiligen Untergrund formuliert werden, auf die Natursteinfläche aufgebracht. Dieses Verfahren setzt ebenfalls genaue Kenntnisse voraus und darf nur von Fachleuten durchgeführt werden. Siehe Reinigung mit Säuren Vorteil: gute Reinigungswirkung

REINIGUNG MIT WASSER

Rieselverfahren Bei diesem Reinigungsverfahren lässt man reines Wasser ohne Druck aus speziellen Düsen einige Stunden oder Tage über die betreffende Natursteinoberfläche laufen. Das Wasser wird mit Schmutzpartikeln und Schadstoffen angereichert und fließt von der Fassade ab. Wegen der starken Durchfeuchtung des Baukörpers sollte nach Möglichkeit ein anderes Reinigungsverfahren angewendet werden. Vorteile:

Nachteile:

Dauerbesprühung kalt oder heiß Geeigneter als das Rieselverfahren ist die Dauerbesprühung. Dafür wird eine Sprühanlage aufgebaut, die durch eine eigene Pumpe mit Wasser versorgt wird. Wegen der starker Durchfeuchtung des Baukörpers sollte nach Möglichkeit ein anderes Reinigungsverfahren angewendet werden. Vorteile:

Nachteile:

Kalt- oder Heißwasserstrahlen Sollte sich mit dem Rieselverfahren und der Dauerbesprühung nach einem längeren Zeitraum keine Wirkung erzielen lassen, so wird die Reinigung mit Heiß- oder Kaltwasserhochdruck vorgenommen. Bei diesem Verfahren wird die Fassade mit kaltem oder heißem Wasser, das unter geringem Druck auf die Steinoberfläche gesprüht wird, gereinigt. Wegen der starken Durchfeuchtung des Baukörpers sollte nach Möglichkeit ein anderes Reinigungsverfahren angewendet werden.
Wasserdampfstrahlen Dabei trifft unter Druck erhitztes Wasser auf die Steinoberfläche. Das Wasser entspannt sich schlagartig zu Wasserdampf, der den Oberflächenschmutz abreißt und abspült. Bei dieser Methode kommt es zu geringerer Durchfeuchtung, sodass das Mauerwerk schneller austrocknen kann. Empfehlenswert speziell bei hinterlüfteten Fassadenverkleidungen. Vorteile:

Nachteile: